Der Impuls der Salonnière

Was bleibt von einem Menschen, wenn man ihm alle Rollen nimmt?

Essay → "Kafkas Verwandlung: Was bleibt, wenn wir unsere Rolle nicht mehr erfüllen können"

Gregor Samsa verliert nicht seinen Körper, er verliert seine Funktion und mit ihr, so scheint es, auch seinen Platz in der Welt. Kafka lässt spüren, wie sehr der Mensch gewohnt ist, seinen Wert an dem zu messen, was er für andere leistet: als Kollege, als Vater, als derjenige, auf den man sich verlassen kann. Doch was bleibt, wenn man all das für einen Moment beiseitelegt? Sartre sprach davon, dass der Mensch nichts anderes ist als das, wozu er sich macht, dass er sich seine Existenz erst selbst erschaffen muss, jenseits jeder vorgegebenen Rolle. Camus wiederum fragte, wie man inmitten eines Lebens ohne vorgefertigten Sinn dennoch aufrecht weitergehen kann. Vielleicht ist genau das die stille Einladung hinter Kafkas Geschichte: nicht nach der Rolle zu suchen, die man noch erfüllen könnte, sondern nach dem, was bleibt, wenn keine Rolle mehr da ist. Teile gerne deine Gedanken dazu, es gibt hier keine richtige Antwort.

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