
Zitronenmelisse
Melissa officinalis
Typ
Kraut
Anwendungsformen
TeeTinkturBadÖl
Standorte
GärtenKräuterbeetesonnig bis halbschattig
Anwendungsbereiche
Melisse wirkt beruhigend bei Nervosität, innerer Unruhe und Schlafproblemen und wird daher gerne als Tee am Abend getrunken. Ihre krampflösenden Eigenschaften helfen zudem bei nervös bedingten Magen-Darm-Beschwerden, etwa bei Reizdarm oder Verdauungsproblemen in stressigen Phasen. Äußerlich angewendet, meist als Creme mit hochkonzentriertem Melissenextrakt, kann sie die Heilungsdauer von Lippenherpes deutlich verkürzen – die enthaltenen Polyphenole wirken hier direkt auf der Haut. Bei Einschlafstörungen wird Melisse häufig mit Baldrian oder Hopfen kombiniert, um die entspannende Wirkung zu verstärken, ohne am nächsten Tag müde zu machen. In der Aromatherapie wird das kostbare ätherische Melissenöl zur Stimmungsaufhellung und bei leichten depressiven Verstimmungen eingesetzt. Auch bei nervös bedingtem Herzklopfen oder einem „Kloß im Hals” durch Stress wird Melissentee traditionell empfohlen. Kinder vertragen die milde Heilpflanze in der Regel gut, weshalb sie auch in der sanften Kinderheilkunde bei Einschlafproblemen Anwendung findet.
beruhigendkrampflösendantiviralstimmungsaufhellend
Geschichte / Herkunft
Die Zitronenmelisse stammt ursprünglich aus dem östlichen Mittelmeerraum und gelangte über arabische Gelehrte ins mittelalterliche Europa, wo sie in Klostergärten als Heilpflanze für Herz und Gemüt kultiviert wurde. Paracelsus bezeichnete sie im 16. Jahrhundert als „Elixier des Lebens” und schätzte ihre stärkende Wirkung auf das Nervensystem. Berühmtheit erlangte die Pflanze durch den französischen Karmeliterorden-Likör „Eau de Mélisse des Carmes”, der ab dem 17. Jahrhundert in Paris hergestellt wurde und als Beruhigungsmittel und Magentonikum galt. In Deutschland wurde diese Tradition später unter dem Namen „Klosterfrau Melissengeist” fortgeführt, der bis heute als bekanntes Hausmittel bei nervöser Unruhe und Magenbeschwerden verkauft wird. Auch Hildegard von Bingen erwähnte die Melisse als Mittel gegen Melancholie und Schlaflosigkeit. Aufgrund ihres feinen Zitronenaromas fand sie zugleich Eingang in die Küche und in Kräuterliköre. Bis heute zählt Melisse zu den beliebtesten Beruhigungskräutern in europäischen Bauerngärten.
Duft / Geschmack
Zitronig-frisch, mild süßlich, leicht herb.
Inhaltsstoffe
Ätherische Öle (Citral, Citronellal)RosmarinsäureFlavonoideGerbstoffe
Hinweise / Risiken
In hohen Dosen kann es zu Schläfrigkeit kommen. Nicht während einer Schilddrüsenunterfunktion ohne ärztlichen Rat anwenden.
Heilpflanzen mit ähnlicher Wirkung
Wichtiger Hinweis: Der Artikel dient der allgemeinen Information. Für individuelle Diagnosen oder Behandlungsempfehlungen wende dich bitte an einen Facharzt oder Therapeuten.









