Johanniskraut

Johanniskraut

Hypericum perforatum

Johanniskraut ist an seinen leuchtend gelben Blüten und durchscheinenden Blättern zu erkennen – es wächst auf Wiesen und an Wegrändern.

Typ

Blüte

Anwendungsformen

TeeÖlauszugTinktur

Standorte

WiesenWaldrändersonnige Hänge

Anwendungsbereiche

Johanniskraut hilft natürlich bei leichten bis mittleren Depressionen und nervösem Unwohlsein. Es wird als Tee, Öl oder standardisierter Extrakt angewendet und gilt im Vergleich zu synthetischen Antidepressiva als besonders gut verträglich, weshalb es zu den am häufigsten verschriebenen pflanzlichen Arzneimitteln bei depressiven Verstimmungen zählt. Bei saisonal bedingten Stimmungstiefs in den dunklen Wintermonaten wird es ergänzend zu Lichttherapie eingesetzt. Äußerlich als Rotöl (Johanniskrautöl) zubereitet, kommen seine entzündungshemmenden und wundheilenden Eigenschaften bei Verbrennungen, Narben und Hautreizungen zum Einsatz – das charakteristische rote Öl entsteht durch den Inhaltsstoff Hypericin. Auch bei nervösen Magen-Darm-Beschwerden und in der Wechseljahresbegleitung wird Johanniskraut traditionell verwendet. Wichtig zu wissen: Da es die Wirkung vieler Medikamente beeinflussen kann, sollte die Einnahme stets mit einem Arzt oder Apotheker abgesprochen werden, besonders bei gleichzeitiger Einnahme der Antibabypille oder von Blutverdünnern.

stimmungsaufhellendantidepressiventzündungshemmend

Geschichte / Herkunft

Johanniskraut verdankt seinen Namen der Tatsache, dass es traditionell um den Johannistag (24. Juni) zur Blüte kommt – ein Datum, das in vorchristlicher Zeit mit der Sommersonnenwende verbunden war. Im Volksglauben des Mittelalters galt die Pflanze als Schutz vor bösen Geistern und Hexerei; man hängte getrocknete Sträußchen über Türen und religiöse Bilder, woraus sich der englische Name „St. John's Wort” ableitet. Paracelsus nutzte Johanniskraut im 16. Jahrhundert vor allem zur Wundheilung und gegen nervöse Beschwerden. Der botanische Name „Hypericum” stammt vermutlich aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie „über das Bild” – ein Hinweis auf seine Verwendung als Schutzkraut. In der Volksmedizin wurde es jahrhundertelang äußerlich bei Wunden und innerlich bei „Schwermut” eingesetzt. Erst in den 1980er- und 1990er-Jahren bestätigten zahlreiche klinische Studien in Deutschland die stimmungsaufhellende Wirkung wissenschaftlich, wodurch Johanniskraut zu einem der meistverkauften pflanzlichen Antidepressiva Europas wurde.

Duft / Geschmack

Herb, leicht bitter, aromatisch.

Inhaltsstoffe

HypericinHyperforinFlavonoideGerbstoffe

Hinweise / Risiken

Erhöht die Lichtempfindlichkeit der Haut; kann Wechselwirkungen mit Medikamenten verursachen.

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Wichtiger Hinweis: Der Artikel dient der allgemeinen Information. Für individuelle Diagnosen oder Behandlungsempfehlungen wende dich bitte an einen Facharzt oder Therapeuten.