Gänsefingerkraut

Gänsefingerkraut

Potentilla anserina

Gänsefingerkraut ist eine bodennahe Pflanze mit silbrig behaarten Blättern und gelben Blüten. Sie wächst an Wegrändern und Schutthalden und trägt zu Unrecht ihr unscheinbares Dasein.

Typ

BlattBlüte

Anwendungsformen

TeeSitzbadGurgelllösung

Standorte

WegränderSchutthaldenBahndämmenährstoffreiche Böden

Anwendungsbereiche

Gänsefingerkraut wird traditionell bei krampfartigen Menstruationsbeschwerden eingesetzt, da seine Inhaltsstoffe entspannend auf die glatte Muskulatur der Gebärmutter wirken. Der Tee wird dafür meist mehrmals täglich in kleinen Mengen getrunken. Bei leichten Magen-Darm-Krämpfen und Blähungen zeigt sich die krampflösende Wirkung ebenfalls hilfreich. Äußerlich angewendet als Waschung oder Sitzbad unterstützt Gänsefingerkraut die Wundheilung bei geschlossenen Hautentzündungen und wird traditionell bei Hämorrhoiden eingesetzt. Als Gurgelllösung lindert es Entzündungen im Mund- und Rachenraum dank seiner adstringierenden, zusammenziehenden Gerbstoffe. In klassischen Frauentee-Mischungen wird Gänsefingerkraut häufig mit Frauenmantel und Schafgarbe kombiniert, um die krampflösende und regulierende Wirkung bei Zyklusbeschwerden zu verstärken. Die jungen Blätter können zudem als mildes Gewürz für Suppen und Kräuterbutter verwendet werden.

krampflösendentzündungshemmendadstringierendwundheilend

Geschichte / Herkunft

Der Name Gänsefingerkraut verweist darauf, dass die Pflanze bevorzugt an Orten wächst, an denen Gänse weiden, und dass ihre gefiederten Blätter an Gänsefüße erinnern. In der Volksmedizin trug sie viele weitere Namen wie „Krampfkraut“, „Silberkraut“ oder „Stierkraut“ – Bezeichnungen, die bereits auf ihre krampflösenden Eigenschaften hindeuten. Pfarrer Sebastian Kneipp und das auf Phytotherapie spezialisierte Unternehmen Madaus schätzten im 19. und 20. Jahrhundert besonders ihre Wirkung bei Krämpfen aller Art. Landwirte setzten das Kraut traditionell auch als Wundheilmittel bei ihren Tieren ein. In der österreichischen Kräuterheilkunde, unter anderem durch Maria Treben bekannt gemacht, wurde Gänsefingerkraut vor allem bei Menstruationskrämpfen als in Milch gekochter Tee empfohlen. Trotz ihrer langen Tradition blieb die Pflanze im Schatten bekannterer Frauenkräuter wie Frauenmantel und Schafgarbe, mit denen sie in klassischen Teemischungen bis heute kombiniert wird.

Duft / Geschmack

Leicht bitter, herb, dezent grasig.

Inhaltsstoffe

GerbstoffeBitterstoffeFlavonoideCumarine

Hinweise / Risiken

Bei Reizmagen kann die innerliche Anwendung Beschwerden verstärken, dann besser äußerlich anwenden. Die empfohlene Tagesdosis nicht überschreiten. In der Schwangerschaft vorsichtshalber ärztlich abklären.

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Wichtiger Hinweis: Der Artikel dient der allgemeinen Information. Für individuelle Diagnosen oder Behandlungsempfehlungen wende dich bitte an einen Facharzt oder Therapeuten.